Thomas Reimann, auch TMVO Reimann (* 7. Dezember 1953 in Weimar) ist ein deutscher Künstler, Maler, Bildhauer und Designer, der sich vorwiegend mit den Materialien Glas und Stein beschäftigt. mini|Thomas Reimann: Plastik „Adam und Eva“ (Erinnerung an zwei abgerissene Plattenbauten) im „Paradies-Garten“ an der Nieskyer Straße in Hoyerswerda (2012)
Leben Reimann wurde als Viertes von insgesamt fünf Geschwistern in Weimar geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Weimar und Dresden. Nach seiner schulischen Ausbildung absolvierte er eine Lehre als Metallfacharbeiter mit Abitur. Im Jahr 1975 begann er das Studium Design für Glas, Porzellan und Keramik bei Brigitte Mahn-Diedering an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein in Halle (Saale), das er im Jahr 1980 mit Diplom beendete. Während seiner Studienzeit freundete er sich mit dem Dresdner Maler Rudolf Nehmer an, der ihm das Leben und Arbeiten eines freischaffenden Künstlers näher brachte und sein Interesse für Kunst verstärkte. Seit dem Jahr 1980 arbeitete Thomas Reimann als Designer in der sächsischen Glasindustrie, wobei er eine weitere Berufsausbildung als Glasmacher absolvierte. Er fertigte in dieser Zeit Kunstwerke aus Glas, welche auf Ausstellungen in der DDR und Ungarn präsentiert wurden.
Er war Mitglied der Künstlerischen Produktionsgenossenschaft Neue Form (KPG) in Seidewinkel, die Auftragsarbeiten insbesondere für den öffentlichen Raum und für repräsentative Objekte machte, und bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. mini|Thomas Reimann (2011) Im Jahr 1990 gründete er mit seiner Frau das Atelier Kunst & Design, Glashaus Weißer Hirsch Dresden. Seitdem arbeitet er als freier Künstler und lernte die Maler, Bildhauer und Glaskünstler Gretel und Erwin Eisch kennen. Es entstand eine enge Freundschaft, die das Wirken der Künstler durch gemeinsame Ausstellungen, Projekte und Gedankenaustausch nachhaltig beeinflusste. 2001 eröffnete Thomas Reimann sein Sommeratelier und Schauwerkstatt für „Glas + Stein-Bildhauerei“ auf der Burg Stolpen in Sachsen. Es folgten die Ausstellung „45 Glasköpfe“ und die Ausstellungsorganisation „DA BIN I“ im art’otel Dresden und dem Schloss Pillnitz; die Organisation des Treffens europäischer Glaskünstler in der Eisch-Glashütte Frauenau; die Ausstellung „Glas + Stein“ in Hannover; eine USA-Reise mit Erwin Eich, wobei ein erster Glasdruck bei Harvey Littleton in North Carolina entstand; weitere Ausstellungen in Europa, Arbeiten für private und öffentliche Sammlungen und Kunstprojekte im öffentlichen Raum.
Zitate zu Ausstellungen von Thomas Reimann „Reimann komprimierte, filterte und den Extrakt bekam der Betrachter zu sehen. Treffend, mal provozierend, manchmal knallig und schrill, exaltiert oder melancholisch stieß er mit seinen Köpfen auf großes Interesse bei mir, und als ich den vielseitigen Künstler, aber auch den selbstironischen Handwerker Reimann näher kennenlernte waren wir uns sofort sympathisch. Denn ich merkte sofort, dass Thomas’ Werke untrennbar mit seiner Sicht auf die Dinge der Welt verbunden sind. A. Rodin sagte einmal treffend: ‚Ein Mensch mit offenen Augen, dessen Geist die Essenz der Existierenden durchdringt‘. Dies trifft unbedingt auf Thomas zu. Heiter, ironisch und immer auf der Suche. Ein scharf analysierender Zeitgenosse, dem nichts menschliches fremd ist. Ein bisschen stolz macht mich auch, dass ich der einzige noch lebende Glaskopf unter den berühmten Unsterblichen bin. Aber wie man weiß, flicht die Nachwelt dem Mimen ja keine Grenze, und so erfreue ich mich schon zu Lebzeiten an meinem ‚Glasnischel‘“. (Tom Pauls, 2006)
„Wenn er zeichnet, fotografiert, formt und gießt, dann tut er das, weil ihm danach ist, weil er das auch wissen will, nicht weil er es zeigen möchte. So ist er. Und schließlich: Wenn er neben all diesen vielfältigen eigenen Schöpfungen auch noch die seiner Freunde und Kollegen in mitunter viel beachteten Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert oder Fachkongresse organisiert, dann zeigt sich, dass er obendrein ein kommunikativer Netzwerker, ein offener Kollege und ein loyaler Freund ist - ein Künstler, der sich nicht als Star, sondern immer als Teil des Ganzen versteht. Es ist faszinierend, einen Menschen arbeiten zu sehen, der nichts vor sich her, sondern so Vieles in sich trägt, freilich, lukrativer für ihn wäre vielleicht eine etwas lautere Selbstdarstellung.“ (Igor A. Jenzen, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006)
Ausstellungen / Werke (Auszug) mini|hochkant|„Laptop-Mann“, Hoyerswerda mini|„Große Liegende“, Hoyerswerda mini|2020 „Hundertwasser-Kopf/Glas-geblasen für GWB Dresden“, Dresden mini|„Bronze-Relief der Künstlerin H. Funke- für Tanzende Siedlung CSg-Chemnitz“ 1984: Erfurt, Galerie am Fischmarkt („Schmuck und Glas“) 1985: Dresden, Bezirkskunstausstellung 1987: Weißwasser, Lausitzer Glas der Geschichte und Gegenwart 1987: Dresden, Neue Dresdner Galerie/Personalausstellung 1987/1988: Dresden, X. Kunstausstellung der DDR 1991: Dresden, Studioglas aus Deutschland 1992: Dresden, E.Grotegut-Objekte-Reimann-Objekte 1996: Dresden, Kunst+Handwerk Rathaus Plauen 1997: Dresden, Ausstellung/Interaktion mit dem Theater in der Fabrik 1997: Ottendorf-Okrilla, Kunst+Küche bei Küchenstudio Küchen-Hunger 1998: Dresden, Kunst+Design im Magazin Dresden 2002: Stolpen, Kopfjäger-Glaskopfausstellung Burg Stolpen 2002: Kopfjäger, Burg Stolpen 2003: Hamburg, Glas+Stein 2003: Dresden, Skulpturen und Malerei Reimann/Hilton Dresden 2004: Frauenau, Internationales Studioglas 1 2004: Bayern, Studioglas aus Deutschland 2005: Frauenau, Internationales Studioglas 2 2005: Hannover, Kopfjäger-Glaskopfausstellung Hotel Pelikan 2006: Miltitz, Unterwasserausstellungsprojekt mit Tauchverein „Druckausgleich“ 2006: Hannover, GLAS + STEIN Sheridan-Pelikan-Hotel 2007: Hamburg, Unterwasserausstellung 2007: Stolpen, Stadtmuseum, Kunst trifft Handwerk 2007: Hamburg, Galerie Valentin Burgmann, Zeit für Kunst 2007: Pirna, Malerei und Skulptur 2009: Dresden, Ausstellungsserie „Befreundete Künstler“ 2010: Dresden, Ausstellungsserie „Befreundete Künstler I“ Glasgalerie Weißer Hirsch 2011: Rammenau, Licht und Glas II Barockschloss Rammenau 2012: Rammenau, Licht und Glas I Barockschloss Rammenau 2012: Leipzig, Metharmorphose der Schönheit (Suzanne von Borsody, Mirko Jörg Kellner und Thomas Reimann) 2012: Berlin, GEHAG-Forum – Skulpturen und Glasdruck 2012: Dresden, Künstler für die Dresdner Tafel I 2013: Hoyerswerda, „Große Liegende“, Denkzeichen für Brigitte Reimann (Planung) 2014: Quartier F, Dresden, Galerie Vito v. Gautlitz – Life Arbeiten / Ausstellung 2015: Galerie Flox/Kirschau, Ausstellung „Rosa“ mit Grafik/Skulptur 2016: Leipzig-Markkleeberg, Stahlskulptur „Familie“ 2017: Villa B. Marcolinis Vorwerk Dresden, Ausstellung Skulptur und Grafik 2018: Dresden, Ausstellung Mixmedia-Skulpturen in der Galerie „Vito von Gaudlitz“ 2018: Steinbruch Nebelschütz, Bergung der Unter-Wasserausstellung europäischer Künstler / Sonderausstellung „Skulpturen aus der Tiefe“ Kunstmesse Neue Art`18 2018: ITB/Berlin, Ausstellung von Skulptur/Grafik als Vertreter für Sachsen im Auftrag der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH 2019: Klaffenbach/Chemnitz „Neue textile Welten im gestalterischen Kontext“ Basaltfaden-Monotypien 2020: Dresden, Hundertwasser-Kopf/Glas-geblasen für GWB Dresden 2021: Galerie Flox Dresden, Ausstellung „Segel Setzen!“ Skulptur/Grafik 2021: Chemnitz, Bronze-Relief der Künstlerin H. Funke- für „Tanzende Siedlung“ CSg 2022: Messe Dresden, „Optimist für Dresden“ Bronze-Stahl-Mahnmal 2023: Pirna, „Sonnenköstlerin“ GFK – Skulptur
Literatur
H. J. Schrodt (Hrsg.): Glas & Stein, Ausstellungskatalog, Dresden 2006
Weblinks
Homepage von Thomas Reimann
Einzelnachweise
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